Baum höher setzen

    • Baum höher setzen

      Hallo!

      Ich habe vor 4 Jahren aus xter Hand einen LIS JK gekauft und bei Gade refitten lassen. Soweit, so gut. Aber mich hat immer gestört, dass bei gesetztem Segel der Baum so weit in das Boot runterragt und bei Manövern immer erhöhte Aufmerksamkeit und Beweglichkeit zum Schutz des Kopfes notwendig ist. Wenn ich den LIS JK google, sehen die Bilder immer anders aus. Was mache ich verkehrt?
      Ich schiebe den Lümmelbeschlag über die Mastnutöffnung nach unten, setzte das Segel durch die Mastnutöffnung und stets ist zum Top hin noch 20/30 cm Luft. Einmal habe ich ausprobiert bei gesetztem Segel den Lümmelbeschlag nach oben oberhalb der Mastnutöffnung zu schieben. Das hat funktioniert, weil meine Frau am Ruder das Boot stabil in den Wind gestellt hat. Und alles war gut: Aber allein schaffe ich das nicht ... und auch das Einholen des Segels ist bei dieser Montage ein Vabanquespiel, denn das Segel kann logischerweise nicht runterfieren bevor der Baum wieder gelöst ist und die Mastnutöffnung frei liegt ... Einhand ist das m. E. nicht zu leisten.
      Kennt jemand das Problem und hat es gelöst? Oder mache ich etwas falsch (Das wäre für mich kein Problem: Ich bin wirklich nur seemännischer Leichtestmatrose)? Oder ist irgendwann ein falscher Mast an das Boot geraten?

      Ich freue mich über jeden Tipp, langsam verliere ich nämlich die Lust an dem eigentlich hübschen Schiff.

      Grüße aus Duisburg

      Bernd
      Bilder
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    • Hallo zurück,

      dann will ich mich mal mit dieser Thematik auseinandersetzen, zumal es dazu viel zu sagen gibt:

      Das Lis - Großsegel muss in seinem Vorliek sehr stramm gesetzt werden, da dieses ansonsten Diagonalfalten wirft und genau der von dir beschriebene Effekt des nach hinten/unten hängenden Baums entsteht.

      Dafür muss das Segel, um auch genug Platz zum Durchsetzen zu haben, unbedingt bis in den Top gezogen werden.Ein Abstand von 20 bis 30 cm - wie von dir beschrieben - ist nicht korrekt, sodass du hier viel Platz verschenkst, den du ja unten brauchst!

      Hierzu ist direkt das leidige Thema der Schwergängigkeit des Segels beim Setzen und Bergen anzuführen. Verbesserung wird erreicht. indem hier die Umlenrollen am Mastfuss und im Masttop (das sind die, die so schön quietschen :( beim Segelsetzen) gegen kugelgelagerte ausgetauscht werden. Fa. Gade rüstet damit nun serienmäßig aus und man kann dort die Austauschrollen ordern.
      Weiterhin wird die Leichtgängikeit des Segelsetzens, das ja als Einhandsegler (wie ich auch einer bin) sehr wichtig ist, nochmals deutlich verbessert durch den Austausch des Falls! Ich habe nun ein nahezu reckfreies 5 mm Dyneema Fall (ca. 13,0 m, 800 kg Zuglast !!!) eingezogen und nun ist es ein Gedicht, das Segel zu setzen. Beim ersten Mal ging das Bergen so leicht, dass das gesamte Segel nach gewohntem Loslassen des Falls komplett runterkam - ich konnte es kaum fassen!
      Auch hoch geht es mit nun ganz einfach - so soll es ja auch sein!
      Leider ist auch der Lümmelbeschlag etwas "popelig", sodass dieser bei hohem Winddruck nach oben rutscht mit dem oben schon beschriebenen, unerwünschten Effekt der Diagonalfaltenbildung. Dem kann man einfach entgegenwirken, indem man diesen zusätzlich - nachdem das Vorliek stramm durchgesetzt ist - über den Mastfuß mit einem Tampen sichert.

      Der ein oder andere Lis - Segler sichert den Baum noch über eine Dirk ab. Dies hat den Vorteil, dass der Baum zwangsweise auf bestimmter Höhe gefahren wird. Ich bin kein Freund davon, weil das ausgestellte Hauptsegel der Lis dann bei der Wende/Halse immer in der Dirk hängen bleibt. Weiterhin bleibt das Problem des schlecht stehenden Segels!

      Interessant wäre noch die effektive Länge deines Mastes anzusprechen. Auch hier kann es eklatante Unterschiede geben. Ich kenne einen Lis - Segler mit einem def. 20 cm zu kurzen Mast. Der hat dann natürlich die gleichen Probleme. Einen solchen Mast kann man relativ unproblematisch verlängeren! Bitte gib doch mal die Länge des Mastes durch, ich würde das noch einmal prüfen!

      Ich hoffe, dir mit den Hinweisen ein wenig habe weiterhelfen können

      Allzeit schönes Segeln

      Harald
    • Hallo Harald,

      sehr nett, dass Du mir so ausführlich antwortest. Die Lösung mit der Dirk habe ich auch schon erwogen, aber aus den von Dir genannten Gründen bisher nicht realisiert. Wenn ich das Boot im Herbst heraus hole, vermesse ich den Mast und mach' ein paar Fotos. Ich habe immer mehr den Verdacht, dass der Mast nicht original zum Schiff gehört.

      Zumindest schein es so zu sein, dass ich keinen depperten Fehler mache - auch wenn mir die Erkenntnis im Ergebnis nichts nützt. Wie verlängert man einen Mast? Und dann müsste ich wohl auch die Wanten und das Vorstag austauschen ... Aber eins nach dem anderen. Ich will das Schiff in den Herbstferien NRW Ende Oktober ins Winterlager bringen. Wäre nett, wenn Du dann hier nochmal vorbeischaust und Dir den Mast ansiehst.

      Immer eine Handbreit ... aber das weißt Du ja ... :thumbup:

      Grüße aus Duisburg

      Bernd

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    • Hallole,

      Suessmatrose schrieb:

      Ich schiebe den Lümmelbeschlag über die Mastnutöffnung nach unten, setzte das Segel durch die Mastnutöffnung und stets ist zum Top hin noch 20/30 cm Luft. Einmal habe ich ausprobiert bei gesetztem Segel den Lümmelbeschlag nach oben oberhalb der Mastnutöffnung zu schieben.
      Das klingt für mich so, als ob Segel oder Mast nicht passen. Das Segel beim LIS JK war bei mir immer bis ganz ins Top gezogen (vlt. 5cm bis zur Fallrolle platz) und der Lümmel kam etwas unterhalb der Öffnung/Erweiterung raus. Ich habe die Vorliekspannung nicht am Fall, sondern am Lümmel verstellt. Die Baumhöhe war damit SEHR bequem. Mach doch mal ein Foto vom gesetzten Mast.

      Hier sieht man ein relativ gutes und neues Segel (aber anders als die Gade/DeJong Segeln nur mit einer durchgehenden Toplatte), wenig Abstand oben, Lümmel in bequemer Höhe. Auf dem Bild ist das Vorliek am Groß allerdings sehr stark durchgesetzt (Längstfalte sieht man ja), es war sehr viel Wind (5-6Bft), aber wir waren auch zu zweit und keine Leichtgewichte. Bei schwachem/mittleren Wind ist der Lümmel sicher noch ca. 5cm höher angesetzt und das Groß eben entspannter.
      lisjollenkreuzer.files.wordpre…8/2013-09-08-13-55-14.jpg
      Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240: lisjollenkreuzer.wordpress.com/
    • Hallo zurück,

      das mit der Mastverlängerung ist relativ problemlos und machen ich gerade bei meinem Seglerfreund Thomas, der sein Boot bei mir in Holland liegen hat. Masttop wird heruntergenommen (nur genietet) und in den Mast kommt ein Stück Vierkant - Edelstahlrohr, dass so bemessen ist, dass es schon von vornherein eng anliegt. Das Vierkantrohr (ca. 20 cm) wird angenietet und die gewünschte Länge Mastverlängerung (das Profil gibt es noch) aufgesetzt und ebenfalls vernietet. Endmontage Masttop und fertig!
      Gade verkauft i. Ü. auf Nachfrage ein solche, vorbereitete Mastverlängerung. Üblich sind 20 cm Verlängerung. Das geht sehr gut und fällt kaum auf, da die Schnittenden des Mastes und der Verlängerung relativ bündig aufeinander sitzen! Ist auch absolut stabil und von daher überhaupt kein Problem.
      Wird bei dir sicher die beste Lösung sein!

      Grüße,
      Harald
    • ...nochmals zum Thema:

      Bild 1 zeigt mein Boot und das von Thomas mit dem derzeit noch zu kurzen Mast nebeneinander. Mein Mast ist 6,05m lang, der von Thomas nur 5,85m (alte Mastlänge, heute nicht mehr im Einsatz). Hier sieht man recht gut den Unterschied in der Segelstellung und den bei Thomas hängenden Baum.
      Die beiden weiteren Fotos zeigen das Segel meiens Bootes bei etwas stärkerem Wind. Das Segel steht einigermaßen gut, die kleinen Falten sind im Zusammenhang mit dem Winddruck entstanden, da der Lümmelbeschlag nicht gehalten hat und damit nach oben gerutscht ist. Wir heute von mir fixiert, dann ist auch dieser Mangel weg!
      Auf den Fotos ist gut zu sehen, dass das Segel bis knapp in den Top gezogen ist!

      Grüße, Harald

    • Hallo zusammen,
      ich lese hier schon die ganze Zeit mit Spannung mit, da ich mit dem gleichen Problem kämpfe wie Bernd es oben geschildert hat. Die Rollen habe ich schon bestellt. Meine Nut musste oben etwas aufgeweitet werden. Jetzt muss ich es nur noch ausprobieren und meinen Mast messen und hoffe demnächst beqemer fahren zu können 8) . Meine Frau wirds euch danken.
      Danke für die vielen guten Tips :thumbsup: und eure Mühen.
      Grüße aus dem Münsterland
      Ralf
    • Hallole,

      wenns schwer läuft könnten auch die Leinen zu dick und zu weich sein. Dünneres Tauwerk mit festem Mantel läuft besser. Bei mir hatte ich Liros Regatta 2000 in 5mm eingezogen (ähnliches gibts von jedem Hersteller). Flutschte als Fall ganz flott.

      Einhand hat sich noch bewährt, Servocleats am Kajütdach anzubringen für Großfall, Spifall und Spibaum-Niederholer. Damit kann man die Fallen einfach und schnell festsetzen und loswerfen. Bild gibts hier lisjollenkreuzer.wordpress.com…-dinge-die-freude-machen/

      Die Schraube am Lümmel wurde mit einer gebogenen Unterlegscheibe und einer Hebelschraube (weiß nicht wie die Dinger wirklich heißen, so eine Schraube mit einem langen Hebel dran und einem Knopf in der Mitte, damit man den Hebel verdrehen kann, ohne die Schraube zu bewegen, gibts in jedem Baumarkt) ergänzt. Danach ist mir der Lümmel nie mehr gerutscht.
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